Zukunftsbild Eberswalde 2045

Die Zukunftsvision zeigt die Breite Straße, das Museum und das Zentrum von Eberswalde in einer möglichen regenerativen Zukunft 2045
Der Stadtraum ist lebendiger, grüner und gemeinschaftlich gestaltet. Eine autoarme Innenstadt mit Vorrang für Fuß- und Radverkehr, ein dichtes Netz an sicheren Wegen sowie ein gut organisierter ÖPNV prägen das Bild.



Eberswalde 2045 | Reinventing Society & Thinkfarm Eberswalde & Vollmar.Vision | CC BY NC SA 4.0

Begrünte Fassaden und Dächer, viele kleine Gärten, entsiegelte Flächen und Beete verbessern das Stadtklima und fördern die Artenvielfalt. Solaranlagen, Kleinwindkraft und gemeinschaftlich organisierte Energieversorgung machen die Stadt resilient und klimafreundlich. Der unterirdischer Zufluss zur Schwärze wird an die Oberfläche geholt und renaturiert – es gibt kleine Aufenthaltsorte am Wasser, Verweilplätze und auch ein öffentliches Amphitheater als Raum für Kultur und Begegnung.



Die ehemalige Rathauspassage ist ein offenes Kulturzentrum mit Ateliers, Büros und einem Repair Café. Dächer, die früher ungenutzt waren, sind zu lebendigen Orten für Sport, Gastronomie und urbane Landwirtschaft geworden. 
An die Folgen des Klimawandels hat sich die Stadt angepasst: Zusätzliche Verschattung, Wasserflächen und unterirdische Hitzeschutzräume in Tiefgaragen bieten Schutz bei Extremtemperaturen.



Entstanden ist die Grafik in einem Multi-Stakeholder-Prozess: Vorangetrieben von Reinventing Society e.V. und den lokalen Partnern Thinkfarm Eberswalde, cLab und ALNUS e.V., wurde sie gemeinsam mit zahlreichen lokalen Akteur:innen entwickelt – darunter unter anderem das Museum in der Adler-Apotheke Eberswalde, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, die Gemeinwohl-Ökonomie Berlin-Brandenburg e.V., das Netzwerk Gesunde Kinder Barnim Nord, Finizio, Globus Naturkost, den Afrikanischen Kulturverein Palanca e.V., die EWS Stadtsanierungsgesellschaft mbH, die Bürgerstiftung Barnim Uckermark, die Stiftung WaldWelten, KoLabor Kreatur und das KANALTHEATER. Auch die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses „Zukunftsrat Eberswalde“ sind in die Vision eingeflossen.

So wird sichtbar, wie eine gemeinsam entwickelte Zukunft aus heutigen Strukturen entstehen kann – konkret, greifbar und inspirierend.



Wir danken besonders der Postcode Lotterie, der WHG Wohnungsbau- und der Hausverwaltungs-GmbH für die finanzielle Unterstützung zur Realisierung des Projekts.

Ausstellung

Aktuell ist das Zukunftsbild digital und als Postkarte verfügbar. Eine große Fassung, bei der die vielen Details besser sichtbar sind, ist aktuell im Schaufenster der Thinkfarm Eberswalde zu sehen (Eisenbahnstr. Ecke Zimmerstraße). Auch hängt im Eingangsbereich der Thinkfarm (Magnet) ein Druck des Zukunftsbild.

Weitere Orte in der Stadt kommen zur Zeit dazu.

Häufige Fragen

In Diskussionen rund um das Bild tauchen immer wieder folgende Fragen auf, zu denen hier Hintergrundinformationen folgen:

Wo parke ich mein Auto? – Auch im Jahr 2045 wird es Autos geben. Gerade um die kleineren Orte mit Eberswalde zu verbinden. Aber: So wie im Jahr 2025 Autos schon alleine einparken konnten, ist es im Jahr 2045 gang und gebe, dass das eigene Auto einen in der Stadt absetzt und dann selbst einen Parkplatz/ Ladeplatz zu finden (in diesem Fall z.B. hinter der Rathauspassage)
Warum fehlt xy, ist das nicht auch wichtig? – Vollkommen richtig: Im Zukunftsbild sind nicht alle wichtigen Dinge abgebildet. Aber nicht alles was nicht zu sehen ist, ist absichtlich nicht da! Im Bild sind nur bestimmte Dinge umgesetzt. Gesellschaftliche Zukunftsvisionen wie dieses Zukunftsbild sind immer nur eine Auswahl aus dem bunten Strauß der Möglichkeiten. Und ja: Größere Bäume wären sinnvoll, mehr Fahrradständer und ja auch in der Rathauspassage sind nicht nur Kulturangebote sondern auch Versorgungsmöglichkeiten vorhanden.
Warum fahren die Autos nur in eine Richtung? – Die Idee ist hier, dass eine Verkehrsrichtung umgeleitet wird über bestehende andere Straßen. So bleibt die Verkehrsanbindung erhalten und die Innenstadt rund ums Rathaus wird gleichzeitig weiter entlastet.
Was bedeutet der grüne Fahrstreifen? – Das ist eine sogenannte Umweltspur, die von Bussen und Fahrrädern benutzt werden kann. Im Jahr 2045 sind jedoch auch weitere ÖPNV-Angebote hinzugekommen, die auf autonom fahrenden Kleinbussen basieren und viel passgenauer Personentransport ermöglichen, als der Linienverkehr aus dem Jahr 2025. Das führt dazu, dass wesentlich mehr Personen ÖPNV im Alltag nutzen können und viel weniger auf ein eigenes Auto angewiesen sind.
Warum gibt es eine Post-Drohne im Bild? – Im Jahr 2045 haben Drohnen die klassischen Lieferdienste und Paketzustellungen abgelöst. Auch das führt zu einer deutlichen Entlastung der Straßen und des Verkehrs in der Stadt.

Was das Bild besonders macht

Neben den vielen Details im Bild sind auch viele Dinge nicht abgebildet, die es bestimmt in der Zukunft geben wird. Aus den gemeinsamen Workshops sind insbesondere folgende Dinge herausgearbeitet worden und im Bild zu sehen:

Stadt für Alle!

  • Senioren finden viele Bänke zum Ausruhen und verweilen
  • Mehr Spielräume für Kinder im Zentrum
  • Leise Stadt dank E-Mobilität ermöglicht Kultur
  • Lebendige, ästhetische und vielfältig grüne Gestaltung der Innenstadt
  • Stadtzentrum ist besser erreichbar (siehe Mobilität & Verkehr)
  • Zivile Initiativen haben einen Ort im Stadtzentrum gefunden
    • Freilufttheater für die Sommermonate bietet bestehenden Theater-Projekten, Chören und Musikern der Stadt eine öffentliche Spielfläche
    • Tradition der Flößerei äußert sich in einem Familienerlebnisraum am StadtBach
    • dauerhaftes Repaircafe in der Rathauspassage gibt professionell Unterstützung und Know How im Reparieren
    • Gemüsevertrieb aus Solidarischer Landwirtschaft

Belebung durch Kultur

  • Neues Freiluft-Theater
  • Cafés und Restaurants im Grünen und in Gebäuden
  • Bänke im Grünen
  • Die Rathauspassage dient immer noch zu Versorgung, Kulturelle Angebote beleben die Passage und verhindern Leerstand

Mobilität & Verkehr

  • grüne Spur als Umweltspur: für O-Bus und Fahrrad
  • Fahrradwege am Rande der Autospur geben mit roter Markierung neue Sicherheit
  • Einspurigkeit am Marktplatz dank Eichwerder Ring entlastet die Straße und erhöht die Aufenthaltsqualität stark
  • Autonomes Fahren ermöglicht das Aussteigen an Park-And Ride Stationen und Autonomes Parken am Stadtrand, Abholung zum gewünschten Zeitpunkt und Ort Mit App-Steuerung
  • autonom fahrende Barshare Autos mit Ruf-Funktion, ein hoch getakteter ÖPNV, attraktive Radwege ersetzen einen guten Teil der bisherigen Privat-PKW
  • Menschen gehen gern zu Fuß: Es ist leise dank E-Mobilität, neue Zebrastreifen, Blumenbeete, Bänke und Kultur laden dazu ein
  • regulierte Liefer-Drohen entlasten den Verkehr zusätzlich
  • (Eine im Bild nicht sichtbare Wassertaxi-Strecke mit Abfahrt alle 10 Minuten zwischen Familiengarten, Bahnhof und Friedensbrücke ist zur Attraktion geworden und eine gern genutzte Variante der Mobilität.)

Hitzeschutz in der Waldstadt

  • Begrünung und somit mehr Kühlung durch mehr Verdunstung
    • Kletterpflanzen und besondere Rankhilfen spenden Schatten
    • Dachbegrünung statt Dach-Erhitzung
    • Neu angelegte Beete und Bäume spenden zusätzlich Schatten und steigern die Aufenthaltsqualität und mehr Versickerungsflächen bei Regenfällen
  • Wärmeabweisende Gebäude dank moderner Holzbaukunst aus der Waldstadt
    • Holzbaukonstruktionen als Kuppel auf bestehenden Dächern
    • Lamellen-Bauweise wie an der Rathauspassage wirken extra wärmeregulierend
  • angenehm gestaltete Hitzeschutzräume mit Bänken und Trinkwasser-Spendern in bestehenden Tiefgaragen bieten Erholung

Wasser im Öffentlichen Raum

  • ein unterirdischer Zufluss zur Schwärze ist als StadtBach wieder an die Oberfläche geholt worden und bringt Abkühlung und Ambiente
    • Hintergrund dazu: Früher liefen durch die Stadt verschiedene Bäche den Hang herab und haben sogar kleinere Mühlen in der Stadt betrieben. Alle diese Zuflüsse verlaufen aktuell unterirdisch und werden dann in den Finowkanal gepumpt. Hier besteht also die Möglichkeit diese wieder an die Oberfläche zu holen. Für Bäche in der Stadt ist Freiburg überregional bekannt (Freiburger Bächle) und zeigt so wie das möglich ist.
  • Springbrunnen am Marktplatz in Anlehnung an die alte Form bringt Erfrischung
  • Mini-Flöße ermöglichen Kindern ein spielerisch erfrischendes anknüpfen an Eberswalder Tradition

Dachflächen als Oasen der Zukunft

  • leichte Brisen sind spürbar und bringen Kühlung
  • Dachgärten:
    • öffentliche Dachgärten schaffen neue Erholungsorte mit Gastronomie
    • private Dachgärten erhöhen die Lebensqualität
    • Brücken ermöglichen es, die Stadt ganz neu von oben zu erleben und schaffen neue Verbindungen
    • Gewächshäuser in Kuppelform bringen eine neue attraktive Architekturform in die Stadt

Erneuerbare Energien bringen Unabhängigkeit und günstigen Strom

  • hochproduktive Solar und Photovoltaik Anlagen auf allen verfügbaren Dachflächen erzeugen günstigen Strom, auch zum Heizen und für E-Mobilität
  • vertikale Windräder ernten bereits leichte Brisen, wie bereits 2025 auf Gebäuden erprobt
  • kleinst-Anlagen nutzen bestehende bebaute Flächen und stärken die Widerstandsfähigkeit der Stromversorgung

Presse- und Medienspiegel

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Bildquelle Eberswalde 2045 | Reinventing Society & Thinkfarm Eberswalde & Vollmar.Vision | CC BY NC SA 4.0, Vorherbild: drohnenblick.com

Lizenz Creative Commons: Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International (CC BY-NC-SA 4.0)

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